13. Februar 2026
Die Winterspiele in Italien sind aktuell in aller Munde. Als Zuschauer bin ich dort begeistert von den dargelegten Leistungen und der Vielfalt der Sportarten. Im Hintergrund sind dort aber auch ganz andere Stimmen zu hören und auch Demonstrationen zu sehen. Orientierungssportarten gibt es in Italien nicht zu sehen.
Die Verbindung von den Orientierungssportarten zu Olympia ist relativ einfach erklärt. Wie im Link unten dargelegt und vor einiger Zeit für o-sport.de recherchiert und aufgeschrieben, ist der Orientierungslauf bzw. Orientierungssport zwar seit 1977 olympisch anerkannt, zählt aber zu den nichtolympischen Sportarten. In der Praxis werden Orientierungslaufwettkämpfe bei den World Games ausgetragen. Das sind diese Sportarten, welche quasi auf der Warteliste stehen, aber bisher nicht aufgenommen wurden.
Beim Internationalen Orientierungssport Verband (IOF) hat man über viele Jahre das Ziel verfolgt zumindest den Ski-Orientierungslauf in das Programm der Winterspiele zu bekommen. Davon hat man sich vor einiger Zeit verabschiedet – nicht zuletzt auch aufgrund der Unvereinbarkeit der eigenen Naturverbundenheit und den Eingriffen in die Natur, welche Olympia aktuell mit sich bringt.
In einem Öffentlich-rechtlichen Sender gibt es mit Felix Neureuther dazu in der Mediathek auch eine umfangreiche Dokumentation, wo viele Aspekte von Olympia aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet werden.
Meine Meinung dazu ist relativ klar, auch wenn das einfacher klingt als es tatsächlich ist:
Die Natureingriffe sehe ich als sehr kritisch an, Verteilungskämpfe um die finanziellen Mittel sieht man nun inzwischen häufig – egal ob es dabei nun um den Sport, die Kunst oder Kultur geht. Wenn die Global Player oder oberen 1% in den jeweiligen Ländern richtig besteuert werden würden, wäre aus meiner Sicht genügend für alle da. Grundsätzlich bieten jegliche Großereignisse immer die Möglichkeit die örtliche Infrastruktur umfassend um- und aufzubauen. Wenn das im Einklang mit der Natur sowie unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung geschieht und die neu geschaffene Infrastruktur im Anschluss weiter genutzt wird, ist das für mich ein geeignetes Mittel.
So sehr ich mich für die Athleten, Helfer oder jeweiligen Verantwortlichen über die Titel, Sichtbarkeit oder Aufmerksamkeit freue, so wenig kann ich mich dort als Orientierungssportler mit dem gesamten Thema identifizieren.
Als Leistungssportler war es mal mein Ziel der beste Orientierungsläufer zu werden. Beim gemeinsamen Training mit genau jenen aktuellen Besten der Welt wurde dann relativ schnell klar, wie weit der Weg dahin ist und wie wenig das unter den eigenen und aktuellen Voraussetzungen möglich war.
In diesen gesamten Überlegungen kamen dann auch Weltcups, Weltmeisterschaften oder große Staffelveranstaltungen in der Welt vor. Nachdem ich dann aber genau jene Staffeln gelaufen bin, war für mich klar, dass das Laufen mit 5000 – 15000 Menschen durch dasselbe Waldgebiet nicht meiner Vorstellung von Orientierungssport entspricht. Es ist/war eine interessante Erfahrung, mehr aber auch nicht. Für größere Veranstaltungen als Junioren- oder Studenten-Weltmeisterschaften hat es als Leistungssportler einfach nicht gereicht. Eine Weltcup-Teilnahme hatte ich mit Hinblick auf kommenden Uni-Prüfungen und der Unvereinbarkeit abgesagt. Danach war auch Schluss mit dem OL auf dem eigenen höchsten Level.
Der Orientierungssport lebt davon, dass man dies überall und in der gesamten Welt machen kann. Ich habe immer viel Freude dabei in meinen Urlaubsreisen irgendwo an Orientierungsläufen oder Orientierungssportveranstaltungen teilzunehmen. Dieser gesamte Austausch zwischen den Nationen und Sportarten, der als ein zentrales Element von Olympia gesehen wird, ist dahingehend beim Orientierungssport schon gegeben. Ich bin auch nicht ganz unfroh darüber, wenn diese maximale Vermarktung in unseren Sportarten nicht geschieht. Aus meiner Sicht brauchen wir das in der Form nicht. Dazu gibt es - sollte dies wirklich gewünscht sein - viel zu viele bisher nicht genutzte andere Möglichkeiten.
So gesehen schaue ich mir Olympia gern an und drücke allen die Daumen. Gleichfalls hoffe ich, dass ich bei meinen Reisen Richtung Italien nach den Winterspielen dann nicht irgendwelche verwilderte Infrastruktur in den atemberaubenden Landschaften vorfinden werde.
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