24. August 2011
Die Weltmeisterschaften 2011 im Orientierungslauf sind Geschichte. Rund um den Hauptort Aix-les-Bains in den französischen Alpen wurden bis zum 20. August Titel in 4 Disziplinen vergeben. Die unmittelbare Vorbereitung auf die WM begann für viele Läufer schon einige Wochen eher – in Slowenien.
Zahlreiche Nationalläufer nutzten in der Hauptsaison der internationalen Mehrtageläufe den Orienteering Online Cup Ende Juli zur letzten Formüberprüfung vor den Weltmeisterschaften. Auch deutsche WM-Starter waren im extrem anspruchsvollen Karstgelände im Westen von Slowenien präsent. Neben dem Negativrelief beim Orientierungslauf lockte sicher auch die beeindruckende Landschaft die OL-Reisenden in die Nähe der italienischen Grenze. Etwas mehr als zwei Wochen später fingen dann die Weltmeisterschaften in Frankreich an.
Diese Titelkämpfe waren etwas ganz anderes als 2010 in Norwegen. Schon alleine die Landschaft, die Temperaturen und die Leute sorgten dafür. Durch das typisch mediterrane Klima in Ostfrankreich und den angepassten Lebensrhythmus musste auch das Presseteam, welche in diesem Jahr aus Sebastian, Fred und mir bestand, anders arbeiten. Im Vorfeld der WM wurde das eigene Budget gegenüber Norwegen erhöht. Vom Förderverein des deutschen Orientierungslaufes gab es Unterstützung für die Akkreditierung des Presseteams und in Form einer HD-Kamera für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit.
Die Anreise war in diesem Jahr so geplant, dass die ersten Termine schon vor dem Beginn der WM-Woche wahrgenommen werden konnten. Das Arbeiten war daher viel entspannter. Auch wenn die Bedingungen im Medien- bzw. Pressebereich trotz bemühter Gastgeber nicht immer optimal waren, konnten wir unsere Ziele als Presseteam inmitten der zahlreichen professionellen Fotografen, der Pressemitarbeiter und der Mitarbeiter von Funk und Fernsehen fast wie gewünscht umsetzen. Viele ansprechende Fotos wurden geschossen und inzwischen weitergegeben – die Qualität der Videos steigerte sich stetig. Schließlich kam die Anfrage der WM-Organisatoren, auf das Videomaterial zugreifen zu können. Nach einer Überarbeitung ist dies möglich.
Gleich wie in Trondheim war das Spektakel bei der WM. Zahlreiche Fans säumten die Wettkämpfe, die Kollegen der Presse verrichteten jederzeit im Ziel ihre Arbeit und viele Autogramme wurden gegeben. Nach meinem Wissen wurden die Finalläufe wohl in mehreren Fernsehsendern live übertragen. Allgegenwärtig war das Gefühl dort die besten Orientierungsläufer der Welt zu sehen. Die Faszination Orientierungslauf konnte man jederzeit spüren - auch eine gewisse Aufbruchstimmung der Sportart. Für viele Läufer war es eine Ehre auf so einer Bühne dabei zu sein – uns hat es trotz der vielen Arbeit einfach nur Spaß gemacht.
Vielmehr kann zu diesem Spektakel eigentlich nicht gesagt werden. Vielleicht schafft ja Deutschland irgendwann mal den Anschluss an die internationale OL-Spitze. Die Ansätze in der Richtung sind sehr zahlreich. Vielleicht gibt es auch mal wieder mehr Läufer, die sich der Auszeichnung der Teilnahme an einer WM bewusst sind und mit voller Hingabe auf so ein Großereignis trainieren. Vielleicht gibt es auch mal wieder renommierte deutsche Sponsoren, die ihr Geld nicht in ausländische Nationalläufer investieren, sondern damit die eigenen Kader oder einen Trainer finanzieren. Vielleicht!
